Zuerst zum äußeren Erscheinungsbild des Tubus, OAZ, Speigelhalterung u der Rockerbox:
Der Tubus ist fein und sauber verarbeitet, die kreisrunde struktur des Querschnittes ist überall gegeben und der Falz ist absolut stabil. Der Tubus ist belastungsstabil und verwindungssteif. Die Innenseite inklusive der Spinne und aller Schrauben tadellos absolut reflxfrei matt geschwärzt.
Die Hauptspiegelhalterung ist für visuelle Beobachtung absolut transportstabil. Selbst nach vielen hundert km im Auto (schaumstoffeglagert) kam es zu keiner nennswerten Verlusten in der Feinjusitierung der Spiegel. Nachjustieren ist mit den Gewindeschrauben kein Problem und rasch gemacht. Der Gewindegang ist ausreichend fein. Die Fangspiegelhalterung und die Spinne selbst ist exakt verarbeitet und stabil.
Okularauszug von Crayford! Ein Genuß! Selbst fokussieren mit 5 fach Barlow bei Planetenfotografie ist kein Problem.
Telrad statt Sucher: Statt des Suchers empfehle ich unbedingt einen Telrad zu benutzen. Damit spart man Gewicht im Vgl. zu einem lichtstarken Sucher.
Die Mohlitzholzrockerbox ist sehr sauber und schön verarbeitet und vor allem bleastungsstabil! Die Multilaminierung macht sich bezahlt, die Flächen sind hochgenau plan gearbeitet.
Die hochverdichteten Polyethylenblöcke auf denen das Teflonband läuft bewirken eine Positionsverlustfreie feine Justierung des Dobs ons in jede beliebeige Position. Selbst zenitnahe lassen sich biede Ebenen ganz fein bewegen und das bei 450 facher Vergrößerung. Hier gibt es nichts auszusetzen.
DOB Drive Rim2: eine wirklich innovative Sache! Besonders bei Beobachtung unter hoher Vergrößerung erspart man sich das lästige Weiterrucken der Rockerbox. Das machen die Schrittmotoren. Man hat beliebig einstellbare Nachführgeschwindigkeiten. Der Dobson braucht nicht eingenordet zu werden, sondern lernt mit den Steuerimpulsen die Bewegungskurve des Objektes und übernimmt schlagartig von alleine die Nachführung sobald er weiß, wo`s langeht. Dauert etwa 1 Minute. DAmit ist Planetenfotografie mit der DOb Drive Rim 2 kein Problem! Eine zwar nicht ganz billige Sache - aber dafür nicht mehr wegzudenken.
Und bei Deepskybeobachtung mit 500 facher Vergrößerung auf M13 z.b. kann man sich genüßlich auf die Objekte konzentrieren ohne ständig nachzupoistionieren.
Die Rohrschellen mit Schnellverschluß sind leichtgängig und ein absolutes Muß! Denn die Feinjustierung bzgl horizontaler Balance soll schnell möglich sein, da sie ja stark vom Gewicht der okularseitigen Ausrüstung abhängt; das Gewicht kann sich stark ändern und man soll darauf reagieren können, was hier ganz leicht möglich ist.
Der gesamte Dobson ist leicht transpotierbar. Ein Mann kann das alleine in 30 Sekunden betreibsfertig aufstellen. Dank Leiochtbauweise ist das kein Problem. Allein ein großes Auto ist erfordlerich. Die Mohlitz Box ist sperrig und der Tubus gewaltig.
Nun zur Spiegelqualität des Orion U.K. 14“ f/4,6 und dem Fangspiegel.
Das beiliegende Prüfprotokoll besagte dem Hauptspiegel einen 0,977er Strehl und einen ptv von 0,145 sowie einen rms von 0,024 bei 632 nm. Gleich vorweg: der Orion UK Newton ist eine echte Wucht! Denn es ist zwar beruhigend, zu wissen, daß der Spiegel gute Testwerte bringt (aber nur in einer Wellenlänge), aber wichtiger ist der Sterntest und die performance des gesamten Systems im Einsatz!
Also Einsatzorte waren waren verschiedene:
(Li) Linz, Stadt – zunehmende Mondphasen.
Seeing leider nur 5-6/10
(L) Moneglia in Ligurien direkt am Meer bei einer Luftfeuchte von 35% auf einer Höhe von 90m über dem Meer in einer westlich orientierten Steilhangküste. Visuelle Grenzgröße lag bei etwa 5m5, die Transparenz lag bei 7-8/10, das seeing bei 6/10. Nächste Industriestadt über 70km entfernt.
(P) Desweiteren zum Vergelich der 2. Ort. Postalm in OÖ. 1300m Höhe, Luftfeuchte 45%, seeing 5/10, Transparenz 7/10.
Okluare:
3,5 Nagler…450x
7 Nagler…230
11 Nagler…145x
22 Panoptik…72x
35 Panoptik…45x
Sterntest an unterschiedlich hellen Sternen nach LaserKollimierung und Feinkollimierung mit Grzybowski-Kolli sowie Gegenkontrolle am Beugungsscheibchen am Stern bei 600 facher Vergrößerung. Die Sternabbildung im Vergrößerungebersich bis 250 fach ist stets absolut punktförmig nadelstichartig. Bei Vergrößerungen bis 450 fach zeigten sich seeingabhängige aberrationen wie sie für athmosphärische Störungen typisach sind.
Stets waren aber der Kontrast und die Fokusebene auf einen ganz kleinen Bereich begrenzt und es kam zu keinem für minderwertige Spiegel typischen „schmierigen“ Fokuszylinderbereich, in dem man nicht genau sagen konnte, wo der Fokus nun wirklich ist.
Den Sterntest hat der Newton meisterlich bestanden!
Dollpelsterne bis 0,8“ waren problemlos trennbar!
Der Crayford OAZ ist butterweich zu bewegen und absolut ruckfrei justierbar, sodaß auch bei höchster Vergrößerung der Fokus leicht zu finden ist. Ein wenig länger dürfte aber der Auszugsweg sein und die Horizontale ist leider bei meiner Ausführung nicht jusiertirbar.
Mond u Planeten:
Mond (Li Meridianbeobachtung):
Übersichtsanblick bei 45x und 72x zeigten perfekten Kontrastumfang. Die Mare Areale kommen in unterschiedlichen Farbtönen heraus.
Lange Wand bei fast noch horizontalem Lichteinfall:
Bei 230x fach schöner Überblick über die lange Wand und bereits jetzt schon der Birtkrater sowie die Rima Birt sichtbar.
Bei 450x knackscharfer Fokus an der Rima Birt! Wahnsinnsgenuß! Kraterkombination Theophylius, Cyrillus, Mädler und Daguerre zeigen den uralten Krater Daguerre mit seiner Doppelkontur und dem hellen kleinen Krater in einer der Wände ganz deutlich! Ein echter Optiktester dies Krater und alle gewünschten Strukturen kommen klar heraus! Eine Spitzenoptik!
Jupiter (L):
Zwar wegen der späten Dämmerung nur noch in 40° Horizonhöhe und über dem Meer zeigte der Newton die Planetenoberfläche in enorm hohen Kontrast! Selbst die größeren Ovale in den gemäßigten Zonen waren bei 230 fach klar sichtbar! Die unterschiedliche Flächengröße der Monde war klar auszumachen. Auch bei 450x gab es einen knackscharfen Fokus! Ein echter Genuß! Schade, daß der Planet schon so tief stand.
Leider keine Vergleichsmöglichkeit mit (P).
Deep Sky :
M57 (L u P keine Unterschiede MeridianBeobachtung):
450x und UHC tun dem schnellen Newton nicht weh! Der Begleitstern selbstverständlich knackscharf und hell! Man hatte sogar den Eindruck, em Nebel selber Strukturen ausmachen zu können. Der Zentralstewrn war nicht sichtbar.
M27 : (L MeridianBeobachtung):
Frei Aug nicht sichtbar
Bei 230x mit UHC kamen die beiden „Ohren“ des Nebels schon schön scharf zum Hintergrund abgegrenzt hervor. Der zur zeit recht helle Veränderliche Stern der sich am Rand des Nebels projiziert, knallhell!
Bei 450x dann das ultimative Erlebnis! Man sah jetzt auch eine ganze Reihe weiterer Vordergrundstenre! Es waren 8 Stück klar zählbar inklusive dem Zentralstern! Das habe ich noch nie bewußt wahrnehmen können und schon gar nicht „sehen“ können! Selbst nicht mit einem 20“ Cassegrain f/10 in Linz!
Das war eine echte gewaltige Überraschung und ein astronomisches Schmankerl der Extraklasse!
In (P) waren auch die Vordergrundsterne sichtbar, der Hintegrund aber nicht ganz so perfekt dunkel wie am Meer.
M 20 Trifid (L MeridianBeobachtung):
Frei Aug sichtbar
Wer hätte gedacht, daß es Sinn macht, den Trifid in unseren Breiten mit 230x und auch 450x zu beobachten???
UHC und 230x zeigten neben dem schönen Doppelstern im roten (keine Farbeindrücke!) Nebel bereits wunderbar klar begrenzt die eigentlich x-förmige Teilung des roten Nebels. Auch der blaue Anteil war schön sichtbar!
Bei 450x konnte man Filamentstrukturen in der Nebelaufteilung sehen!
Keine Vergleichsmöglichkeit in (P)
M 8 Lagoon (L MeridianBeobachtung):
Frei Aug sichtbar
Mit UHC wunderbar scharf begrenzt an seiner nördlichen u südlichen Flanke zeigte bei 145x und 230x das schönste Bild! Selbst ohne UHC kam dieser Nebel schon klara heraus. Die schöne C förmige dunkle Umrahmung des Zentrums des Nebels war am schönsten bei 72x und 145x zu kontrastieren und z usehen.
NGC 6960 Cirrus (MeridianBeobachtung):
In der Übersicht mit 45x gerade nicht mehr koplett im Sehfeld zeigte sich der Nebel bereits klar abgehoben vom Hintergrund. Mit dem UHC dann bei 230x und 450x Filamentstrukturen sichtbar! Unglaublich kontrastreich und scharf begrenzt! Ein echter Hochgenuß im Cirrus spazieren zu gehen!
Am schönsten war er mit 230x und UHC. Wirklich zum herzeigen!
In (P) genau gleiche Abbildung, etwas hellerer Hintergrund.
M51 (L etwa 60° Höhe):
Gewaltig! Am schönsten bei 145 und 230 fach! Perfekter Kontrast zum Hintergrund! Die beiden Galaxienzentren selbstverständlich kanllehell und auch an der Hauptgalaxie natürlich bvereits die Arme der Galaxien sichtbar! Nie zuvor habe ich das beobachten können!
450x war zwar noch möglich, aber hier fehlt dann noch etwas an Öffnung. Ab 18“ wäre das wahrscheinlich echt sinnvoll,…
In (P) leider bei nur noch 40° Höhe zwar noch deutlicher als in Linz mit dem 20“ Cass aber kein Vergleich mit (L).
M31 (P MeridianBeobachtung):
Frei Aug gut erahnbar
Genialer Anblick mit 45x. Wunderbare Überblickung der M31 u M32. Die Dunkelbänder ganz klar begreenzt! UND bei 230x zeigte sich der breite Kugelsternhaufencluster bereits als erahnbare Struktur!
Am schönsten anzusehen die Galaxie bei 145x und 45x.
Man muß sich hier die Zeit nehmen alle Vergrößerungen durchzuprobieren. In (L) war die M31 leider von einem Bergrücken verdeckt.
M13 (L MeridianBeobachtung):
Frei Aug gut erahnbar.
14“ bei f/4,6 – das war der Überhammer! Schonb bei 230x zeigte sich die kleine hübsche Begleitgalaxie NGC 6207 mit ihren 2 kleinen Ärmchen! Und erstrecht bei 450x! Das war mir noch nie möglich, diese kleine Galaxie so schön deutlich zu sehen! Mit dem 20“ Cass in Linz unmöglich!
Die Sterne im Cluster selber konnten stets perfekt aufgelöst werden und auch 450x war null Problem beim Fokussieren. Das zeichnet ein System aus, daß es bei hoher Vergrößerung auch noch immer einen knackscharfen Fokus gibt! Man konnte ganz deutlich unterschieden die großen Riesen von den kleineren schwächeren Sternen. Auflösung bis ins Zentrum und das ganze hell und kontrastreich!
In (P) selbes Erscheinugsbild. Die Begleitgalaxie etwas schwächer.
M81, 82 ( L, etwa 50° Höhe):
Diese Galaxien muß man mal bei 230x und 450x gesehen haben! Besonders die M82 mit ihrer schönen Einschnürungen durch die Staubdunkelbänder die kamen extrem deutlich raus!
NGC 7000 (L MeridianBeobachtung):
Frei Aug mit viel Phantasie und dem Wissen um die Lokation gerade noch erahnbar,…
In der Übersciht mit dem UHC bei 45x die C förmige Struktur mit Mexiko und Ostküste Amerikas klar sichtbar! Hab ich noch nie gesehen!
In (P) etwas schächer aber dennoch sichtbar.
M 101 (L etwa 60° Höhe):
Am deutlichsten kamen ihre fächerförmigen Arme mit 145x heraus.
Zusammenfassend kann ich folgendes sagen:
Nach mehr als 20 Jahren astronomischer Beobachtung und Erfahrung mit verschiedensten Optiken in einer Öffnungsdimension von 8“ – 20“ (SC, Newton, Cass, FH, TMB) und an allerdings teilweise schlechteren Standorten als in Ligurien, dafür aber in 1700m Höhe mit guter Kontratierung des Hintergrundes muß ich den Hut ziehen vor dem hervorragnden Newton System, das Orion UK hergestellt hat. Die Orion UK Optiken sind absolut empfehlenswert! Die knackscharfe Sternabbildung des Systems, selbst bei Verwendung eines 3,5 Naglers, also im ultimativen Vergrößerungsbereich, sucht sehr sehr lange nach einer vergleichbaren Optik! Mir ist noch nie zuvor eine so gute Newton Optik untergekommen und ich schätze mich glücklich, sie mein Eigen nennen zu können. Dem Crayford und den Telrad kann man eine perfekte Performance attestieren. Also an der Optik gibt es nichts auszusetzten, die ist sicherlich beugungsbegrenzt. Die Ausführung des Leichtbaututbus, des Haupt-Fangspeigelhalterung und der Spinne sind sehr gut und leicht verwendbar und vor allem mühelos zu justieren. Die Mohlitzrockerbox ist ein Meisterhaftes „Möbelstück“. Die Dob Drive Rim 2 ist eine entscheidende Bereicherung in der Deepsky Beobachtung bzw in der Planetenfotografie!
Insgesamte Bewertung nach einer VAS Visuellen Analogskala von 1-10 (bestens):
Optisches System: 9-10 (es gibt sicher irgendwo auf der Welt eine noch bessere Optik, aber wo???)
Technische Ausführung Leichtbautubus: 9
Hauptspiegellagerung: 8
OAZ Crayford: 9
Mohlitz Rockerbox: 8
Transportabilität: 7-8
Jusierbarkeit zum Kollimieren aller Freiheitsebenen: 8
Fun Faktor im gesamten: 10

Liguria Italy 6/05 |